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Banff   Patrícia J. Reis 13.08.-15.09.2018 nächster Artikel >

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Warum in Banff die Natur Regie führt.

Mit 7.600 Einwohnern ist Banff die größte Ortschaft im gleichnamigen Nationalpark der Provinz Alberta in Kanada. Zu sehen gibt es hier vor allem Natur – Berge und Wälder, Gletscher, türkisblaue Seen und wilde Flüsse, die durch die Bilderbuchland­schaft der Rocky Mountains rauschen. Mitten im Schisport-Paradies – zwischen Lake Louise und Calgary, hat man 1933 als Ableger der Universität Alberta das Banff Centre gegründet. Die Kooperation mit dem daraus hervorgegangenen Centre for Arts and Creativity bietet eine perfekte künstlerische Infrastruktur und fördert den Austausch mit anderen KünstlerInnen. Jährlich kommen 4.000 StipendiatInnen nach Banff, die in der kanadischen Stille eine besondere Arbeits-Athmosphäre zu finden scheinen.

"Die Landschaft um Banff ist wohl eine der schönsten, die ich je gesehen habe. Die Berge ähneln vielfach den österreichischen Alpen, allerdings in größerem Maßstab und in unberührterer Form. Trotz der ruhigen Lage im Wald ist es von den Leighton Studios nur drei Minuten zu Fuß zu den wichtigsten Einrichtungen des Banff Centre. Obwohl man nicht weit weg von dort ist, wo etwas los sein könnte, bieten die Studios die nötige Ruhe für Immersion und Kreativität. In der ersten Woche meines Aufenthalts war ich im Evamy Studio (dem so-genannten Writer’s Studio) untergebracht. Das 5 m² große „Glashaus“ war für das anfängliche Einleben und die Projektvorbereitung sowie für das Gewöhnen an den Wald und seine einzigartigen natürlichen Vorgänge genau richtig. In der Woche danach, gerade als der Jetlag endgültig vorüber war, übersiedelte ich in das große Gerin-Lajoie Studio (das so-genannte Painter’s Studio). Der für Holzarbeiten und Bildhauerei gemeinsam genutzte geräumige Arbeitsbereich lud zu mehr körperlicher Arbeit ein. Dies und die fünfminütigen Märsche bergauf zwischen den beiden Standorten fühlten sich an wie ein Training für die bevorstehenden Wanderabenteuer. Die folgenden Wochen waren geprägt vom friedlichen Arbeitsalltag abgerundet durch die gute Stimmung unter den KollegInnen und den MitarbeiterInnen Banff Centre und einem gelegentlichen Glas Rotwein aus Kanada im MacLab Bristo."

www.patriciajreis.com

1. Mein Aufenthalt im Atelier in einem Wort:
  Bewusst!
2. Das fehlt mir/ das vermisse ich seit ich nicht mehr dort bin:
  Das umwerfende Atelier inmitten der Natur, das ruhige Arbeitsumfeld und die wundervollen KollegInnen, die ich während meines Aufenthalts kennengelernt habe.
3. Dos & don'ts an diesem Ort:
  Do: Wenn man im Sommer in Banff ist, sollte man die Wanderwege in den schönen Rocky Mountains nicht auslassen – entweder gleich am Rande des Campus oder, noch besser, man nimmt sich einen Mietwagen mit dem Preisnachlass für Gäste des Banff Centre und macht sich für 6-8 Stunden auf in die Wildnis und erkundet die Gipfel in der Nähe von Lake Louise. Heiße Quellen, Kanufahrten, Yoga, Klettern in der Halle und im Freien, Schwimmen im Hallenbad… Die Naturgewalten darf man nicht unterschätzen und Bären und Elchen sollte man aus dem Weg gehen! Trotz seiner verlockenden, schönen türkisen Farbe könnte ein Bad im Bow River eine Herausforderung sein: das Wasser hat kaum mehr als 0°.
4. Wo man super Arbeitsmaterial kaufen kann:
  Banff ist ein sehr kleiner Fremdenverkehrsort mit nur zwei Supermärkten und einem Baumarkt. Man bestellt besser alles im Vorhinein und lässt alles direkt zum Campus liefern. Wenn man etwas während des Aufenthalts braucht, muss man wahrscheinlich in die nächstgelegene große Stadt – Calgary – fahren, am besten per Bus. Bucht man die Fahrt online, ist es billiger.
5. Das sollte man unbedingt von zuhause mitnehmen:
  Spezielles Material, das man für ein Projekt brauchen könnte, Wanderschuhe, Kappe, Rucksack, Regenjacke, Sportgewand, Schwimmsachen, den bevorzugten Mückenschutz und Tabakwaren, falls man raucht. Einen Regenschirm braucht man nicht einpacken, denn davon gibt es hunderte am Campus.
6. Zum Thema Kunst an meinem Residency-Ort:
  Abgesehen vom Banff Centre gibt es in Banff keine Museen für zeitgenössische Kunst. Über das interne Programm an Konzerten, Performances, Open Studios und Ausstellung sollte man sich informieren. Im Kino könnte auch etwas Interessantes laufen.
7. Rund um das Auslandsatelier – hier kaufe ich ein, hier trinke ich Kaffee und hier gibt’s den besten Mittagsteller in Laufdistanz:
  Alle KünstlerInnen erhalten eine Karte für drei Mahlzeiten täglich im Buffetrestaurant Vistas. Der auf die Karte gebuchte Gesamtbetrag kann auch in den anderen drei Restaurants und im Kaffeehaus am Campus genutzt werden. Ja nach Länge des Aufenthalts könnte man auch Lust darauf haben, einmal etwas anderes zu unternehmen und auszuprobieren, was die Stadt zu bieten hat. Wenn das der Fall ist, sollte man das Running Sushi in der Caribou St., Drinks im Legion's, Banff Av., Abendcocktails und Snacks im Springs Hotel (zumindest einmal!) und den örtlichen Markt mit köstlichen Bioprodukten jeden Mittwochvormittag nicht versäumen.
8. Den Tag lasse ich häufig hier ausklingen (Dinner, Drinks und bester Sounds):
  Im Alltag am Campus läuft es darauf hinaus, dass man mit den neuen KünstlerfreundInnen spät am Abend im MacLab bei Essen und Drinks zusammensitzt.
9. Was ich eigentlich gerne schon am Beginn meiner Residency über das Atelier gewusst hätte:
  Alles muss im Vorhinein organisiert und bestellt werden. Man sollte die Organisation des Banff Centre nicht überschätzen und vorab nochmals überprüfen, ob alles von Anfang an bereitsteht. Das Participant Resources Centre bietet viele coole Aktivitäten, für die man sich anmelden kann, gratis an: Programm im Vorhinein durchsehen! Die Heizung muss man selbst einschalten: Viel Spaß bei der Suche nach dem versteckten Schalter :)
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