Away

Während away das Verlassen eines Ortes bezeichnet und für einen Aufbruch sowie das Sammeln neuer Erfahrungen steht, beschreibt a way jenen Kurs, der in eine bestimmte Richtung führt. KünstlerInnen sind Suchende, mitunter NomadInnen und Reisende. Um ihre Werke außerhalb des heimischen Kunstsystems und unter dem Einfluss einer neuen Umgebung zu schaffen, verlegen sie ihre Ateliers oftmals in die Fremde. Auslands-Aufenthalte gelten als Belege einer erfolgreichen Karriere, scheinen als zentrale Rubrik in den Biographien auf und zählen auch zu einem wesentlichen Instrument staatlicher Kunstförderung. Das Entsenden heimischer KünstlerInnen in bedeutende Kunstmetropolen und entlegene Rückzugsorte erlebt in zahlreichen westeuropäischen Ländern seit den 1990er-Jahren in Form von Artist in Residence-Programmen und Atelier-Stipendien einen neuen Aufschwung. Auch in der österreichischen Kunstlandschaft nimmt das, geradezu als Auszeichnung gesehene Auslandsatelier eine wichtige Rolle ein.

about the project

AWAY – a project around residencies beleuchtet seit 2016 das renommierte Auslandsatelier-Programm, mit dem das Bundeskanzleramt Österreich seit den 1970er-Jahren heimische KünstlerInnen in die Welt entsendet. Mit seiner umfangreichen Webseite hat sich AWAY ­– neben der dokumentarischen Aufarbeitung des Programms, als Informations- und Partizipations-Plattform zum Thema Artist Residence etabliert. 2018 wurde dies mit der publication fortgeführt.

Durch die exhibition wurde dieser wichtige Bereich der Kunstförderung erstmalig der breiteren Öffentl­ichkeit zugänglich gemacht und im laboratory, dem diskursiven Programm mit ExpertInnen auf unterschiedlichen Ebenen in die Zukunft gedacht. Das Projekt wurde im Auftrag des BKA von Alexandra Grausam konzipiert und mit ihrem team und vielen KünstlerInnen umgesetzt.

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Mit dem, in den 1970er-Jahren gegründeten Auslandsatelier-Programm „schickt“ das Bundeskanzleramt (BKA) heimische KünstlerInnen in die Welt, um ihnen zeitge­nössische Arbeitsmöglichkeiten in anderen Kulturräumen zu ermöglichen und um die, vom Kunstsystem geforderte Vernetzung und internationale Präsenz einzulösen. Das Angebot hat sich über die Jahre laufend verändert und umfasst derzeit 17 Atelierplätze in 13 destinations, mit denen jährlich rund 50 KünstlerInnen aus den Bereichen Bildende Kunst, Fotografie und Medienkunst unterstützt werden. Auch aktuell ist ein gutes Dutzend Artists on Tour.

WEBSITE, NETWORK, PUBLICATION

Den aktuellen Schwerpunkt von AWAY bildet die umfangreiche Webseite – sie macht das Auslandsatelier-Programm in seiner Entwicklung, alle destinations sowie die partizipierenden KünstlerInnen sichtbar und bietet mit calls & programs ein vernetztes Service-Tool, das über aktuelle Ausschreibungen und Programme der österreichischen Förderlandschaft informiert.

Mit dem diary und der Instagram residency #artistsaway wird StipendiatInnen die Möglichkeit eröffnet, zeitaktuell zu ihrer geographischen Abwesenheit präsent zu sein. Die beiden Formate verstehen sich als Einladung an die KünstlerInnen, mit unzensurierten Statements und Schnappschüssen aus ihrem Atelier- und Lebensalltag in der Fremde zu erzählen, persönliche Erfahrungen und Werkprozesse zu teilen und uns ein Stück weit in ihre Studios auf Zeit mitzunehmen.

2018 wurde AWAY zudem mit der publication fortgeführt und erweitert – einerseits als Dokumentation der exhibition mit ihren rund 170 Positionen sowie des laboratory und seinen Diskussionsbeiträgen aus think tanks und symposium, stellt sie künstlerische Ergebnisse, strukturelle Komponenten und theoretische Ansätze gegenüber. Um über den rein dokumentarischen Charakter hinaus als evaluierender Ausblick zukunftsweisende Impulse für Auslandsatelier- und Residence-Programme aufzuzeigen.

Das Projekt wurde vom BKA initiiert um sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen, die mit dem Angebot der Auslandsateliers einhergehen.

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artists on tour

Jedes Jahr entsendet das Bundeskanzleramt Österreich rund 50 KünstlerInnen für drei bis sechs Monate in die derzeit dreizehn Auslandsateliers der Republik. Gesamt haben seit den 70er Jahren etwa 950 KünstlerInnen diese Werkräume auf Zeit bespielt, um die künstlerische Lage vor Ort und ihr eigenes Werk im fremden Umfeld zu entdecken und zu erweitern.

Neben den StipendiatInnen des Bundeskanzleramts Österreich sind im Folgenden auch die aktuellen Artists in Residence des Landes Salzburg und des Landes Steiermark gelistet.

Bundeskanzleramt Österreich

Aus den Nominierungen durch eine ExpertInnenjury für das Jahr 2020 sind aktuell folgende StipendiatInnen unterwegs:

Istanbul
Franz Amann
01/2020 - 03/2020
New York
Yuki Higashino
01/2020 - 06/2020

Land Steiermark

Zur Förderung internationaler Kontakte und Erfahrungen vergibt das Land Steiermark jährlich vier bis sechs Atelier-Auslandsstipendien an junge Kunstschaffende und Theo­reti­kerInnen aus der Steiermark. Gleichzeitig werden für internationale BewerberInnen bis zu 20 Stipendienplätze mit Wohn- und Arbeitsräumen in Graz angeboten.

Für das Jahr 2020 stellt das Land Steiermark in diesen Orten Atelierplätze zur Verfügung: Athen/Griechenland, Belgrad/Serbien, Brüssel/Belgien, Graz/Steiermark, Jerusalem/Israel, Rijeka/Kroatien, Sarajevo/Bosien und Herzegowina, Triest/Italien

Folgende KünstlerInnen wurden von der ExpertInnenjury des Landes Steiermark für die aktuellen Auslandsstipendien ausgewählt.

Athen
Elke Auer
01/2020 - 03/2020
Rijeka
E.d Gfrerer
04/2020 - 05/2020
Sarajevo
Nora Köhler
04/2020 - 05/2020

Zur Unterscheidung sind die Namen der StipendiatInnen, die ins Ausland oder in andere Bundesländer entsendet wurden (Outgoing-Programm) in schwarzer Schrift und jene StipendiatInnen, die ins eigene Bundesland eingeladen wurden (Incoming-Programm) in weißer Schrift gesetzt.

Land Salzburg

Das Land Salzburg vergibt jährlich 15 Auslands-Atelierplätze für ein bis vier Monate an bildende KünstlerInnen und KuratorInnen, die in Salzburg geboren wurden oder seit fünf Jahren in Salzburg leben und arbeiten. Dazu wird einer/m Salzburger Kunstschaffenden über die Sommermonate ein Wohnatelier in Wien angeboten.

Sobald die Nominierungen für 2020 feststehen, werden Sie hier informiert welchen KünstlerInnen in diesem Jahr folgende Auslandsateliers zur Verfügung gestellt werden:

Ahtopol/Bulgarien, Berlin/Deutschland, Budapest/Ungarn, Cali/Kolumbien, Chicago/USA, Daugavpils, Mark Rothko-Zentrum/Lettland, Paris/Frankreich, Liviv (Lemberg)/Ukraine, Mérida/Mexiko, Mérida, Fundación Gerda Gruber, Paliano (bei Rom)/Italien, Tainan/Taiwan, Teheran/Iran, Tirana/Albanien, Tiflis/Georgien, Bosa (Sardinien)/Italien, Warschau/Polen, Varanasi/Indien

künstlerInnen liste

Rund 950 heimische KünstlerInnen haben seit den 1970-er Jahren ein Auslandsatelier des BKA bespielt. Viele klingende Namen sind darunter –  KünstlerInnen, die Österreich auf der Biennale von Venedig, der documenta oder anderen wichtigen Schauen zeitgenössischer Kunst vertreten haben; die ihre Erfahrungen und ihr Können als Lehrende an nationalen und internationalen Kunst-Universitäten an die nächste Generation weitergeben und am globalen Kunstmarkt reüssiert haben.